Hunter X Hunter TV (2011) 28 (Hi10P) 05.05.2012
Hunter X Hunter TV (2011) 27 (Hi10P) 30.04.2012
Das Wetten-Match
Samstag, 19. Mai 2012
Cyril

Weil unser Evchen das im QC fragte:

Er spielt in zweierlei Hinsicht sehr defensiv: Zum einen setzt er stets den Minimalbetrag (10h), zum anderen sichert er auch stets, dass auch, wenn er verliert, noch etwas davon hat. Gehen wir mal Schritt für Schritt durch:

Grundsätzlich:
Diese Wette um Zeit ist ein Nullsummenspiel, heißt ganz einfach: Was der eine verliert, gewinnt der andere; und andersherum. Nichts kommt hinzu, nichts verschwindet. Was der eine verliert ist EXAKT das, was der andere gewinnt. Es gibt also innerhalb dieser Wette nichts, was beide besser oder schlechter stellen würde. Interessant ist hier übrigens auch, dass nicht nach der “Mehrheitsregel” gespielt wird (wie zB in dem Wettkampf 3 Siege), sondern “100 Punkte verteilt” werden. In Zahlen: Man braucht (mindestens / in Folge) bei 10h 4 Siege, bei 20h 3 Siege, bei 30h 2 Siege, ab 50h 1 Sieg, um zu gewinnen. Es ist also durchaus entscheidend, wie man setzt – im Zweifel dürfte der Maximaleinsatz die beste Lösung sein.
Ich werde aber größtenteils hier auf Begriffe der Spieltheorie oder Mathe verzichten, ums etwas verständlicher zu halten und was man in Zahlen ausdrückt hat eh nichts mehr mit der Realität zu tun.

1. Lebt er oder ist er tot?
Das Problem hier ist natürlich, dass alles, was nicht eindeutig “tot” ist, als “lebend” gewertet wird. Und das könnte natürlich ziemlich viel sein: Topfit, stellt sich ohnmächtig, ist ohnmächtig, ist im Koma, stirbt gerade noch an inneren Blutungen, ...
Das gilt nun festzustellen, denn das Blöde an der Situation ist ja, dass man nicht weiß, was eigentlich Sache ist. Und das ist ja auch das Hauptgrund, warum sich Leorio überhaupt auf das Spielchen einlässt – und auch gar nicht dumm.
Das Günstigste für die Gruppe wäre natürlich, wenn er tot wäre und Leorio 50 Stunden darauf setzen würde. Das gäbe 2 Siege. Nur wäre das schon arg riskant, da man natürlich nicht weiß, ob er denn tot ist die Wahrscheinlichkeit größer sein dürfte, dass er noch “irgendwie” lebt. – Und so gewettet zu verlieren, hieße wahrscheinlich durch die Prüfung zu fallen.
Also gar nicht so dumm, darauf zu Wetten, dass er lebt. Entweder er kann Kurapicas Sieg feststellen oder er gewinnt einen Vorteil in seiner Runde.
Hätte er aber Eier gehabt, hätte er auch gleich 50 Stunden setzen können: Das hätte Zeit gespart (seine Runde wäre sofort entschieden), die Gruppe hätte auf jeden Fall einen Punkt bekommen und die Informationen bekommen, um Kurapicas Runde zu beurteilen. (Und in diesem Fall hätte Leorio ziemlich lässig zurückgehen könne, sagen “Punkt für mich. BTW, Kurapica: Der Typ ist wach, geh hin, kitzel ihn durch und frag, ob er noch Lust zu kämpfen hat. Und weiter geht’s”) Und wenn er tot gewesen wäre, wäre dies immer noch besser gewesen, da Leorio zwar verloren hätte, sie aber ansonsten auf Sankt Nimmerlein-Tag hätten warten können.

2. Ist er ohnmächtig oder tut er nur so?
Praktische Wette – Leorio weiß ja, dass er sie gewinnt (oder der Typ ist echt hart). Insgesamt nicht viel zu zu sagen. Die Ische darf entscheiden, wie viel sie auf was wettet. Das ist aber etwas, was mich in der Folge extrem gestört hat: Dass sie sich umentscheiden und den Wetteinsatz erhöhen darf. Mehr oder minder gewinnt sie dadurch die Runde. Hat’s mir ziemlich kaputt gemacht.
Nun ja. Sie wettet also erst mal 10h darauf, dass er bewusstlos ist. Vielleicht, um Maiji nicht zu verunsichern, vielleicht, weil sie sich nicht sicher ist, ob Leorio das zweifelsfrei feststellen kann. Und 10h deshalb, weil es für das Spiel keinen großen Unterschied macht. Nun ja, sie entscheidet sich dann um, als sie Leorios Methode sieht, und geht natürlich auch auf 40h – alles was sie setzen kann. Und wie gesagt, nevte mich das ziemlich, weil Leorio damit 3 Siege mit Maximaleinsatz in Folge bräuchte, um zu gewinnen – und damit das Match ziemlich verloren ist. Umso mehr, weil Leorio das fast gleiche Ergebnis schon in Runde 1 hätte haben können und nun der komplette Rest des Matches zur Farce wird. Wär interessanter gewesen, wenn sie entweder gleich so gesetzt hätte oder ihre erste Wahl zähneknirschend hingenommen hätte. (Leorios Methode ist natürlich zum Zuschauen etwas interessanter, aber jemanden, der sich bewusstlos stellt “aufzuwecken” sollte nicht so schwer sein – die Methode, wie Leorio überprüfte, ob Leroute eine Frau ist, hätte wohl auch funktioniert)

3. Ist sie ein Mann oder eine Frau.
Wieder wettet Leorio lediglich 10h. Was durchaus nichts ganz dumm ist – immerhin will er sie ja befummeln und erkauft sich das damit zum “niedrigsten Preis”. Ein lustiger, kleiner Trick von ihr. Es bestätigt sie in der Theorie, dass er defensiv spielt, und bräuchte schon wieder einen Sieg mehr, um noch zu gewinnen.
Die Runde ist aber völlig unwichtig, das Match wäre so oder so in der nächsten Runde entschieden worden.

4. Schere, Stein, Papier
Okay, da wird ein ziemlicher Aufriss in der Folge gemacht, nun ja…
Klingt jetzt banal, aber ich möchte es kurz festhalten: Bei dem Spiel hat man 3 Wahlmöglichkeiten, die exakt die gleichen Chancen haben zu gewinnen oder zu verlieren oder ein Unentschieden zu haben*. Prinzipiell könnte man also genauso gut eine Münze werfen. Die mathematische Lösung ist einfach: Gleichmäßig und zufällig meine Wahl bestimmen gegen eine gleichmäßige und zufällige Wahl meines Gegenspielers. Allerdings: Im Unterschied zum Münzen werfen (Jeder wählt eine Seite, der Zufall (von Außen) entscheidet, welche gewinnt), ist der Zufallsfaktor durch meinen Gegenspieler generiert. Die Lösung gleichmäßig und zufällig (also je 1/3) seine Wahl zu treffen, stimmt eben nur dann, wenn der Gegenspieler keine andere Strategie verfolgt. Wenn ich WEISS, dass er z.B. nur/überwiegend “Stein” wählt, wäre es natürlich sinnvoller nur/überwiegend “Papier” zu wählen.
Und nun kommen wir zum Punkt:
Der Mensch ist erstaunlich schlecht darin, “zufällig” zu sein (Seine “Schöpfung” der Computer im übrigen auch^^).
Wir machen uns Gedanken, assoziieren, lassen uns beeinflussen, etc. pp. Und wenn man das abschätzen kann, quasi “psychologisch” seinen Gegenspieler durchleuchtet, kann man also eine “bessere” Strategie als die “zufällige” gegen ihn wählen.
Zum Beispiel assoziieren wir zu den Begriffen Eigenschaften: Der Stein hat wohl etwas angriffslustiges, weil man eher als mit den anderen Möglichkeiten damit verbindet, dass man ihn jemanden über die Rübe ziehen könnte (dass eine Schere im Auge effektiver sein könnte, ist zum Glück nicht das erste, was Menschen zu einer Schere einfällt). Daher ist Stein ein “beliebter” erster Zug.
Wenn man das nun weiß, ist es also sinnvoll, in der ersten Runde Stein oder besser noch: Papier zu wählen.
Wenn der andere das ebenfalls weiß, wir er wohl eher Papier wählen – und wenn ich das weiß, dass er das weiß, sollte ich Papier oder besser noch: Schere nehmen.
Und wenn er weiß, dass ich weiß, dass er weiß, nimmt er Schere und ich Stein.
etc. pp.
Und das gleiche Spiel natürlich auch bei Folgerunden: Zum Beispiel neigt man angeblich dazu, das zu wählen, was in der Vorrunde gewonnen hätte. Und wenn man das weiß... Und wenn man weiß, dass der andere weiß, ... Das hatten wir ja schon^^
Und wenn alles richtig bedacht wird, ist man vielleicht so verwirrt, dass man so etwas wie eine zufällige Entscheidung trifft^^ Wäre zumindest lustig, wenn Menschen über komplexeste Gedanken über Ursache und Wirkung am ehesten etwas wie “Zufall” produzieren könnten.
Vielleicht verfällt man aber dann auch wieder auf die “einfachsten Instinkte” und nimmt das, was das “Gefühl” einem sagte. Und wenn dann jemand den kühleren Kopf behalten hat, auf Körpersprache achtet und der andere auch in Haltung o.Ä. ausdrückt, für was er sich entschieden hat…
Nun ja, dass man halbwegs sagen kann, was der andere macht, dürfte eh nur bei “Anfängern” geschehen. Über kurz über lang dürfte die mathematische Lösung von oben die Erfolgversprechenste sein – also völlig zufällig. Und weil der Mensch das nicht kann, machen wir das genauso wie auch die Computer – über Zufallszahlentabellen. Also vorher auswürfeln und auswendig lernen. (Und natürlich nicht bei jeder Runde von vorne durchgehen – sonst kann sich der Gegenspieler ja wieder drauf einstellen und eine bessere Strategie spielen als die des Zufalls (wie das einige Freaks bei einigen Videospielen auch machen, wenn sie herausfinden können, wo auf welcher Zufallszahlentabelle die Konsole gerade ist))

*Im Unterschied zu der Variante mit “Brunnen”. Hier sind die Chancen unterschiedlich verteilt, weshalb rational sagbar wäre, was man nehmen sollte. Recht einfach sogar: Der Stein ist NIE besser als der Brunnen, aber EINMAL schlechter – also nimmt man NIE Stein sondern statt ihm IMMER Brunnen. Das heißt dann aber, dass wir statt Schere-Stein-Papier, Schere-Brunnen-Papier spielen, also das Gleiche in grün. Ist also auch nur ein “psychologischer” Trick, um Leute zu verarschen.


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